Verkehrsflüsse der Zukunft in richtungsweisende Bahnen lenken

Mobilitätskonzept für die Stadt Linz. Motorisierter Individualverkehr soll bis 2030 auf Niveau von 1992 sinken

Linz wächst, Linz pulsiert, Linz ist erfolgreich – und gleichzeitig der zweitgrößte Wirtschaftsraum Österreichs. 210.000 Menschen finden in der Landeshauptstadt Arbeit, mehr als diese Einwohnerinnen und Einwohner hat. Das stellt die Stadt gerade in Sachen Verkehr vor große Herausforderungen, die überregional gedacht werden müssen. Denn mehr als die Hälfte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer pendelt täglich aus dem Umland an ihre Arbeitsstätten. Aus diesem Grund präsentierten das Land Oberösterreich und die Stadt Linz bereits 2018 gemeinsam das Mobilitätsleitbild „Kumm steig um“ für den Zentralraum. Die darin enthaltenen Ziele und Vorgaben konkretisiert die Stadt Linz nun durch ein eigenes, darauf aufbauendes Mobilitätskonzept, das gemeinsam mit dem führenden Planungsbüro Rosinak & Partner entwickelt wurde. Der Gemeinderat der Landeshauptstadt soll das Konzept noch im September beschließen.

Dieses enthält neun Handlungsfelder inklusive Zielen und Planungsgrundsätzen für die kommenden Jahrzehnte. Wesentlich ist die Reduktion des motorisierten Individualverkehrs: vier von zehn Wegen werden in der Stadt derzeit von Nicht-LinzerInnen zurückgelegt, beim PKW-Verkehr liegt dieser Anteil sogar bei 50 Prozent. Als langfristiges Ziel des vorliegenden Mobilitätskonzeptes soll der Anteil der mit dem Auto absolvierten Wege um zehn Prozent gesenkt werden. Möglich ist dies nur, wenn gleichzeitig Alternativen angeboten werden: der Ausbau des Öffentlichen Verkehrs und des Radwege-Netzes ist zentraler Punkt der Agenda.

„Mobilität bestimmt das Leben aller Menschen, nicht nur von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, und ist letztlich ein entscheidender Faktor für Lebensqualität. Da Linz durch seine Wirtschaftskraft und das daraus resultierende Arbeitsplatzangebot stärker mit seinem Umland verwoben ist als andere Städte, stellen wir uns den Herausforderungen in überregionalen Konzepten. Erste Erfolge des 2018 mit dem Land Oberösterreich verabschiedeten Mobilitätsleitbildes werden derzeit sichtbar, etwa die bevorstehende Realisierung der S-Bahn-Verbindung im Osten von Linz sowie neue O-Bus-Linien, die parallel dazu entstehen“, erklärt Bürgermeister Klaus Luger.

„Der Öffentliche Verkehr ist eine tragende Säule für die Entwicklung des Großraumes und der Stadt Linz. Gleichzeitig müssen wir verstärkt auf zukunftsweisende Konzepte, wie E-Mobilität, die Verknüpfung von Individual- mit Öffentlichem Verkehr sowie den weiteren Ausbau der Fahrrad-Infrastruktur setzen. Für innovative Ansätze darf es gerade hinsichtlich des laufenden technischen Fortschritts in langfristigen Konzepten keine Denkverbote geben“, betont Infrastrukturreferent Vizebürgermeister Markus Hein.

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