LH-Stellvertreterin Haberlander: Oberösterreich erweitert Impfangebot gegen Affenpocken

Nach neuer Empfehlung des NIG auch für Menschen mit Risikoverhalten!

Presseaussendung Gesundheitsreferentin Haberlander

„In Oberösterreich sind seit Juni acht Fälle von Affenpocken aufgetreten, von denen alle bereits wieder genesen sind. Durch die bisher von den Gesundheitsbehörden gesetzten Maßnahmen bei Erkrankungsfällen konnte dazu beigetragen werden, die Weiterverbreitung der Affenpocken in der Bevölkerung so weit wie möglich zu vermeiden. Bisher konnten nur enge Kontaktpersonen von bestätigten Erkrankungsfällen und Gesundheitspersonal mit hohem Risiko (vorrangig Laborpersonal) geimpft werden. Ab sofort steht die vorbeugende Impfung neben exponiertem Gesundheitspersonal zusätzlich auch Menschen mit individuellem Risikoverhalten zur Verfügung“, so LH-Stellvertreterin und Gesundheitslandesrätin Mag.a Christine Haberlander. Von den 4.340 für ganz Österreich verfügbaren Impfdosen erhält Oberösterreich gemäß Bevölkerungsschlüssel 720 Impfdosen.

Für Menschen, die einen engen Kontakt zu Personen mit bestätigter Affenpockenerkrankung hatten, ist eine Impfung innerhalb von vier Tagen (bester Schutz) bis maximal 14 Tage nach Kontakt möglich (postexpositionelle Impfung). Gemäß Impfempfehlung des Nationalen Impfgremiums (NIG) werden im Abstand von 28 Tagen zwei Impfdosen à 0,5 Milliliter in das Unterhautfettgewebe verabreicht. Gemäß Erlass des Bundes ist in jedem Bundesland eine zentrale Stelle für die Impfung vorzusehen. In Oberösterreich ist diese Stelle die Klinik für Dermatologie am Kepler Universitätsklinikum (KUK) in Linz. Kontaktpersonen von bestätigten Affenpockenfällen erhalten das Impfangebot über ihre zuständige Bezirksverwaltungsbehörde.

Eine vorbeugende Impfung (präexpositionelle Impfung) ist für Menschen möglich, die ein besonders hohes Risiko haben, mit an Affenpocken erkrankten Personen und dem Virus selbst in Kontakt zu kommen.

Das NIG empfiehlt bei Impfstoffknappheit die Verabreichung von zwei reduzierten Impfdosen à 0,1 ml (= ein Fünftel einer herkömmlichen Dosis) unter die Haut (intradermal) im Abstand von 28 Tagen. Personen, die nachweislich in der Kindheit eine Pockenimpfung erhalten haben, benötigen nur eine Impfung. Mit dem für Oberösterreich vorgesehenen Kontingent von Impfdosen für die Präexposition können rund 600 Menschen geimpft werden.

NEU

Neu ist in Oberösterreich ein Impfangebot für Personen mit individuellem Risikoverhalten. Dies sind z.B. Personen mit häufig wechselnden sexuellen Kontakten. Ab sofort steht ein Impfangebot an der Klinik für Dermatologie/Hautklinik des KUK sowie an der Ambulanz des Instituts für Hygiene und Mikrobiologie des Klinikums Wels-Grieskirchen in Wels zur Verfügung. An beiden Stellen wird einmal wöchentlich geimpft.

„Mit sachlicher Information und dem zusätzlichen Impfangebot und wollen wir gezielt Menschen mit individuellem Risikoverhalten ansprechen und so die Verbreitung der Affenpocken möglichst gut eindämmen“, so Gesundheitsreferentin Haberlander.

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