💸 Initiativprüfung der “Kulturstrategie des Landes und deren Umsetzung” zeigt deutlichen Handlungsbedarf!


Presseinformation des Oberösterreichischen Landesrechnungshofes

Der LRH sieht bei der Umsetzung der Kulturstrategie des Landes deutlichen Handlungsbedarf. Insbesondere bei der Steuerung der OÖ Landes-Kultur GmbH, der Ankaufspraxis von Kulturgütern und der Nutzung der bestehenden Standorte fehlen klare Zielvorgaben, wirkungsorientierte Steuerungsinstrumente und wirtschaftliche Leitplanken. Auch Institutionen wie das Adalbert-Stifter-Institut müssen stärker auf die Zukunft vorbereitet werden.

Zusammenfassung der Prüfungsergebnisse zur OÖ Landes-Kultur GmbH und assoziierten Instituten.

1. Defizite in der strategischen Steuerung

Das aktuelle Kulturleitbild (2020) und die darauf basierende Strategie 2021–2027 weisen laut LRH erhebliche Mängel auf:

  • Fehlendes Zukunftsbild: Das Bekenntnis zu Kunst ist vorhanden, aber eine konkrete Vision fehlt.
  • Mangelnde Messbarkeit: Es wurden keine Zielwerte oder Kennzahlen festgelegt. Ohne diese Instrumente ist eine Bewertung des Erfolgs oder eine Gegensteuerung nicht möglich.

„Ein strategischer Rahmen braucht Klarheit darüber, wohin sich das System entwickeln soll und woran Erfolg gemessen wird.“ — Direktor Mag. Rudolf Hoscher

2. Kritik an der OÖ Landes-Kultur GmbH

Die unternehmerische Führung der GmbH wird deutlich kritisiert:

  • Fehlende Vorgaben: Es gibt keine klaren Ziele für Besuchszahlen, Eigenerlöse oder strategische Schwerpunkte.
  • Intransparente Ankaufspraxis: Kunstankäufe wurden oft allein durch die Geschäftsführung ohne Einbindung von Fachleuten (Sammlungsleiter:innen) entschieden.
  • Budget-Problem: Die Ankäufe überstiegen regelmäßig die zweckgebundenen Mittel und belasteten das laufende Budget.

3. Budgetpolitik & Konsolidierung

Der LRH sieht die jüngste Budgetentscheidung (Dezember 2025) kritisch:

  • Umschichtung vs. Spielraum: Die Verdoppelung des Ankaufsbudgets auf 400.000 Euro für 2026 engt den finanziellen Spielraum für den laufenden Betrieb ein.
  • Empfehlung: In Zeiten der Konsolidierung sollten Mittel eher für Investitionen und Projekte statt rein für neue Ankäufe genutzt werden.

4. Standorte und Besucherschwund

Viele Standorte leiden unter geringem Publikumsinteresse. Der LRH schlägt vor:

  • Themenvielfalt erhöhen: Weniger Fokus auf reine moderne/zeitgenössische Kunst, um breitere Zielgruppen anzusprechen.
  • Strukturelle Anpassungen: Bei Nebenstandorten mit wenig Frequenz sollten reduzierte Öffnungszeiten oder alternative Nutzungen geprüft werden.

5. Modernisierung des Adalbert-Stifter-Instituts

Das Institut muss im digitalen Zeitalter ankommen:

  • IT-Analyse: Prüfung moderner Informationstechnologien für Forschung und Präsentation.
  • Profilschärfung: Neubewertung des Aufgabenprofils und Entwicklung langfristiger Ziele.

Fazit des LRH: Es wird eine zeitnahe Folgeprüfung empfohlen, um sicherzustellen, dass die strukturellen Anpassungen und die wirkungsorientierte Steuerung tatsächlich umgesetzt werden.

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