◼️ Bischof Manfred Scheuer beim Requiem für LH a. D. Josef Ratzenböck
Requiem für LH a. D. Josef Ratzenböck
Kümmerer für das gute Leben, Brückenbauer, Helfender
Bischof Manfred Scheuer würdigte Landeshauptmann Josef Ratzenböck als verantwortungsbewussten Politiker mit Liebe zur Welt und den Menschen. Bezugnehmend auf das Zitat von Hannah Arendt „Politik ist angewandte Liebe zur Welt“ betonte Scheuer: „Ich glaube, dass im Leben und im Wirken von Josef Ratzenböck diese politische Dimension von Liebe durchscheint. Politik als angewandte Liebe zur Welt, das hat für Landeshauptmann Ratzenböck geheißen, nicht auszuweichen vor der Verantwortung. Josef Ratzenböck hat Verantwortung übernommen und er hat die Leute gemocht. Das haben sehr viele gespürt: Dem bin ich nicht gleichgültig, dem sind wir nicht egal!“ Josef Ratzenböck sei als Politiker ein „Kümmerer für das gute Leben“ gewesen, gerade auch im Sozialbereich, unterstrich Scheuer. „Er hat sich immer auch um Einzelne gesorgt. ‚Sorge‘ war für ihn eine Grundhaltung der Anteilnahme, der Empathie im Fühlen, Denken und Handeln. Und er war mit seiner Frau Anneliese ein großer Freund mit einem großen Herzen für die Caritas. Er hat vielen geholfen, so habe ich aus unterschiedlichen Lebensbereichen gehört.“
Der Friede und eine konsensorientierte demokratische Politik seien Josef Ratzenböck heilig gewesen, erinnerte der Bischof. „Das Miteinander stand für ihn im Vordergrund. Er war ein Brückenbauer zwischen Generationen zu Zeiten, in denen von einem Crash der Generationen und von der Aufkündigung des Generationenvertrags die Rede war. Er war ein Verbinder zwischen unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen, ideologischen Ausrichtungen, politischen Parteien, kulturellen Stilrichtungen. Zu den Höhepunkten seines Lebens gehörte das Durchschneiden des Eisernen Vorhangs beim Grenzübergang Wullowitz im November 1989. Europa war für ihn ein ganz großes Friedensprojekt.“
Bischof Scheuer überbrachte auch Gruß- und Dankesworte von Bischof em. Maximilian Aichern, der von 1982 bis 1995 als Diözesanbischof von Linz „positivst“ mit Landeshauptmann Dr. Josef Ratzenböck zusammengearbeitet hat. „Wir haben ihm als Kirche von Oberösterreich sehr viel zu verdanken“, zitierte er Bischof Aichern, der dem Verstorbenen auch für dessen „persönliche gläubige Haltung als Katholik“ und für die langjährige Verbundenheit dankte.
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