Allerheiligen und Allerseelen

An dem Fest, an dem der Besuch auf dem Friedhof zum festen Tagesritus geworden ist, denkt die katholische Kirche an alle christlichen Heiligen. Für die PatInnen und „Godnkinder“ ist der 1. November als „Godntag“ bedeutend. Zu Allerheiligen und Allerseelen werden die Friedhöfe besucht; das Gedenken an die Verstorbenen gehört zum ältesten religiösen Verhalten der Menschen.

Interessantes rund um die Friedhöfe Oberösterreichs

Rund 40 bis 50 % der oberösterreichischen Friedhöfe liegen in kirchlicher Trägerschaft. Von den über 530 oberösterreichischen Friedhöfen werden über 400 von Pfarren verwaltet, einige von Ordensgemeinschaften und der St. Barbara-Friedhof in Linz von der St. Barbara Gottesackerstiftung.

Der kleinste Friedhof in OÖ soll in Traunkirchen liegen. Dieser wurde von einer Touristin auch als der Friedhof „mit der schönsten Aussicht“ bezeichnet.

Der größte Friedhof in Oberösterreich mit Kirchenanbindung ist der St. Barbara Friedhof in Linz. Seit 1785 sind hier rund 230.000 Personen begraben worden. Der Friedhof ist 12 Hektar groß.

„Godntag“ Allerheiligen

Zu bestimmten Zeiten im Kirchenjahr besuchen sich Pate bzw. Patin und „Godnkind“ gegenseitig. In Oberösterreich ist das meist zu Ostern, zu Allerheiligen und zu Weihnachten. Allerheiligen ist deshalb so bedeutend, da an diesem Tag an den/die Namenspatron/in gedacht wird, also eine Art Namenstag gefeiert wird. An diesen Tagen nehmen der Pate bzw. die Patin eine „Godnsach“ mit. Das kann ein Striezel oder ein kleines Geschenk sein. Der Striezel ist und war ein festliches Brot und verleiht der besonderen Verbindung Ausdruck. Aber auch das Beschenken des Paten bzw. der Patin durch das Patenkind ist üblich.

Das Wort „God“, „Gote“ oder in der Schweiz „Gotte“ geht auf den angelsächsischen Sprachraum zurück, auf „god moder“ – „godmother“ und bedeutet „geistliche Mutter“. Dieses Wort kam im Mittelalter über den angelsächsischen Raum nach Österreich und vermischte sich mit dem Althochdeutschen „gotmouter“. Die Bedeutung des Wortes „Pate“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet: „geistlicher Vater“ oder „Beistand“. Der geistliche Beistand ist ein Begleiter im Glauben und im Leben, eine Gefährtenschaft für das Leben und ein Begleiter der Eltern in der christlichen Erziehung.

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