Protestmarsch am Freinberg

LINZ. Breiter Protest gegen die weitere Zerstörung des Linzer Grüngürtels am Freinberg!

Gesetz- und verfassungswidrige Anlassplanung im „Interesse Dritter“, Ignoranz von öffentlichen Stellungnahmen, Herausnahme von Anrainern aus der Parteienstellung, Arroganz der katholischen Kirche sowie politischer Durchpeitschwille. Die Liste der Verfehlungen, die zu einer immer größeren Verbauung und somit Zerstörung des Linzer Grüngürtels führt, hat am Donnerstag die Gemüter gut zweihundert Bürgern beim Protest-Marsch am Freinberg erhitzt. Eingeladen hatten 10 Linzer Bürger-Initiativen.

„Wir sind begeistert von der großen Zustimmung der Linzer Bürger bei diesem Protest-Marsch! Es zeigt sich einmal mehr, dass es den Leuten in Zeiten des Klimawandels nicht wurscht ist, was mit Linz und den Grünflächen passiert. An Stelle von Bürgermeister Luger würde ich endlich das direkte Gespräch mit den Menschen suchen, statt immer nur im Sinne der Bauherren zu agieren“, fasst Christian Trübenbach, der als Vertreter der Bürgerinitiative „Linzer Grüngürtel schützen, jetzt“ und Linzplus die Anrainer hier maßgeblich unterstützt, die Aktion zusammen.

Wie bereits seit 3 Jahren mehrfach berichtet, wurde am Minigolfplatz am Freinberg auf Wunsch des privaten Kollegium Aloisianum mit Stimmen der Luger-SPÖ, der ÖVP und der FPÖ ein 5000 m2 Grundstück aus dem Grüngürtel herausgelöst und vom Grün- zu lukrativen Bauland gemacht. Nun droht hier der Bau von gleich sieben einzelnen Villen mit 37 Vorsorge- und Luxuswohnungen, die damit den Naherholungsraum und das Grünland vollständig zerstören.

Gestern hat der neue Eigentümer Swietelsky übrigens dem Minigolfplatz-Pächter die Öffnung aufgrund des Protest-Marsches untersagt!

Diverse öffentlichen Stellungnahme wie z.B. der Oö. Umweltanwaltschaft und der Naturschutzabteilung und auch die neu erstellte Stadtklimaanalyse wurden hier bei der Umwidmung gänzlich ignoriert. Dabei ist der Erhalt der Erholungsfunktion deutlich im Allgemeininteresse, nicht aber die von Bürgermeister Luger erwähnte Schaffung von Wohnraum für die steigenden Bevölkerungszahlen an dieser sensiblen Stelle, bei gleichzeitigen enormen Baulandreserve von über 100 Hektar! Darüber hinaus stehen die Villen auf rechtlich sehr wackeligen Beinen: es existiert kein gültiger Bebauungsplan, die Anrainer klagen bereits.

Nur wenige Meter entfernt ein ähnliches Bild: für den Neubau einer Leichtathletikanlage auf dem Gelände der privaten Pädagogischen Hochschule der Katholischen Kirche soll schon wieder eine große Fläche mitten im Linzer Grüngürtel versiegelt werden, die so wichtig für das Linzer Stadtklima ist. Und das ganz besondere an dieser Causa: über 50 Anrainer der GuglMugl-Wohnanlage scheinen absichtlich durch eine nachträgliche Grundstücksteilung aus der Parteienstellung vor allem hinsichtlich möglicher Beschwerden zu Licht- & Lärmemissionen herausgenommen worden zu sein. Laut Bauherrin sei der Bau politisch gewollt und nicht verhandelbar. Dennoch werden auch hier juristische Schritte von Anrainern unternommen. Anlassbezogene Umwidmungen und unfaire Methoden in den Bauverhandlungen lassen die Anrainer aufschrecken und in den meisten Fällen hilflos zuschauen.

So auch leider auf der anderen Donau-Seite. Nachdem auch am Pöstlingberg fast ausschließlich mehr Luxus- und Vorsorgewohnungen mit sehr hohem Verkaufsgewinn für die Projektanten gebaut und dafür alte, häufig schützenswerte Gebäude samt Grünanlagen vernichtet werden, regt sich nun auch in Dornach in der Mengerstraße bürgerlicher Widerstand. Hier soll ein großes Ackerfeld, wo viele Menschen einen Garten von 20 oder 40 Quadratmeter gemietet haben, um sich ihr eigenes Gemüse anzubauen, zu Bauland umgewidmet werden. Seitens des Bürgermeisters Luger wird hier auf eine „lockere Bebauung mit nur drei Baukörpern“ verwiesen, was am Ende die fast vollständige Versiegelung der Fläche inkl. Zerstörung wichtigen Erholungsraumes für die Anrainer ohne jegliche Ausgleichsfläche bedeutet.

Foto: „Linzer Grüngürtel schützen, jetzt“

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Ein Kommentar zu “Protestmarsch am Freinberg”

  1. Wo sind die Grünen Politiker?
    Jeden Tag hören wir in den Medien über die Versiegelung der Grünflächen und dass wir etwas dagegen tun sollten aber das Gegenteil passiert, es wird froh und munter weiter verbaut!
    UND wieder müssen wir es in den Medien lesen/ hören dass Österreich Spitzenreiter im Versiegeln ist!
    Echt pervers!

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