125 Jahre elektrische Straßenbahn in Linz

LINZ. Vor 125 Jahren wurde in der Landeshauptstadt das elektrische Straßenbahnzeitalter eingeläutet.

Am kommenden Sonntag, 31. Juli 2022 feiert die Linzer Bim ein ganz besonderes Jubiläum. Dann ist es auf den Tag genau 125 Jahre her, als die erste elektrische Straßenbahn durch das Stadtgebiet von Linz fuhr und für großes, öffentliches Aufsehen sorgte. Trotz Starkregens hatten sich am 31. Juli 1897 viele am Hauptplatz versammelt, um die erste Fahrt der „Elektrischen“ – wie sie später von der Bevölkerung bezeichnet wurde – hautnah zu erleben. Initiator der elektrifizierten Straßenbahn, Dr. Karl Beurle, war im ersten, festlich geschmückten Triebwagen und bat die geladenen Gäste zur ersten Fahrt. Heute sind die Cityrunner aus Linz nicht mehr wegzudenken und ein wichtiger Teil des öffentlichen Personennahverkehrs.

Foto: Handout – Linz AG / Sammlung Sternhart

„Die Straßenbahn bildet das Rückgrat des öffentlichen Verkehrs in Linz. War die erste Linie 1897 drei Kilometer lang, so weist das Straßenbahnnetz 125 Jahre später eine Streckenlänge von über 30 Kilometern auf. Die jüngste Erweiterung erfolgte 2016 mit der Eröffnung der Linie 4 bis zum Schloss Traun. Mit 18,9 Kilometern ist die Linie 2, zwischen SolarCity und Universität, die längste Straßenbahnlinie Österreichs“, sagt LINZ AG-Vorstandsdirektorin Dr.in Jutta Rinner. Insgesamt verkehren die Cityrunner heute auf vier Linien und zwei Nachtlinien.

Ihre Anfänge nahm die Linzer Straßenbahn bereits im Jahr 1880, als die von Pferden gezogene Tramway die Fahrgäste von Urfahr bis zum Hauptbahnhof brachte. Ein Stück der alten Pferde-Tramway ist auch bis heute erhalten geblieben: Die besondere Spurweite von 900 Millimetern wurde für den elektrischen Straßenbahnbetrieb verwendet und bis heute beibehalten. Heute gibt es diese Besonderheit neben Linz nur in Lissabon.

Elf Motor- und 15 Beiwagen bildeten die Erstausstattung der „Elektrischen“ in Linz. Die Ursprungstriebwagen hatten die Nr. 1 bis 11. Zwölf Sitzplätze, vier Plattformsitze auf den offenen Plattformen sowie zehn Stehplätze standen den Fahrgästen zur Verfügung. Beiwagen bildeten die vorhandenen Sommerwagen und geschlossenen Winterwagen der Pferde-Tramway. Sukzessive kamen weitere Wagen hinzu. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren Fahrzeugflotte, Schienen und Infrastruktur großteils zerstört. Nach dem Wiederaufbau konnten die Verkehrslinien ihren Betrieb 1946 wieder aufnehmen.

Die darauffolgenden Jahre erfuhr das öffentliche Verkehrsangebot einen wahren Schub. Nicht nur das Streckennetz, sondern auch der Fuhrpark wurde erweitert. Ende der Sechziger fuhren die ersten und schnelleren sechs- bzw. achtachsigen Gelenktriebwagen, die später durch größere und zehnachsige Gelenktriebwagen ausgetauscht wurden. 2001 hielten die ersten Straßenbahnen in Niederflurtechnik, die Cityrunner, Einzug in Linz. Heute bringen insgesamt 62 Cityrunner die Fahrgäste sicher und komfortabel an ihr Ziel. Zur modernen Ausstattung zählen dabei volle Klimatisierung, bequeme Ledersitze, Infoscreens und WLAN.

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