Industriechemikalien „PFAS“ sorgen auch in Oberösterreich für Verunreinigung des Grundwassers

Das Land OÖ hat dazu heute einige Grafiken veröffentlicht.

PFAS (Per- und Polyfluoralkylsubstanzen) sind Industriechemikalien, die aufgrund wasser-, fett- und schmutzabweisender Eigenschaften in vielen industriellen Prozessen zum Einsatz kommen. Die Chemikalien werden bereits Jahrzehnte bei der Herstellung unzähliger Produkte wie Papier, Textilien, Haushaltwaren, Automobilindustrie, Mittel zur Brandbekämpfung uvm. verwendet. PFAS kommen in Beschichtungen von Textilien wie Outdoor-Kleidung, als Imprägnierung, in Backpapier, in Skiwachsen, Pestiziden, Arzneimitteln oder Feuerlöschschäumen vor. In Kosmetika finden sie Einsatz in Wimperntusche, Make-up und Lippenstiften. Die Verwendung einiger dieser Substanzen wurde aufgrund der problematischen Umwelteigenschaften in den letzten Jahren bereits verboten. PFAS sind schwer abbaubar und in der Umwelt, in der Nahrungskette und im menschlichen Blut nachweisbar.
Der Mensch nimmt PFAS in erster Linie über Lebensmittel auf, wo diese Stoffe am häufigsten in Fisch, Obst, Eiern und Eiprodukten und im Trinkwasser nachweisbar sein können. PFAS binden sich nach der Aufnahme im Körper im Blut und werden beim Menschen nur langsam, hauptsächlich über die Nieren, ausgeschieden. Das führt zu einer Anreicherung im Körper, zum Beispiel im Blut und in der Leber.

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Eine mögliche Gesundheitsschädigung wie etwa Krebserkrankungen oder Leberschäden aber auch verminderte Reaktion auf Impfstoffe durch diese Industriechemikalien ist erst seit wenigen Jahren bekannt und erste grobmaschige österreichweite Messprogramme für einzelne Substanzen erfolgten ab 2016. Ein weiteres Sondermessprogramm 2019 zeigte für Oberösterreich bisher keine auffälligen Messergebnisse.

Erst ein detaillierteres Sondermessprogramm im vergangenen Jahr machte auf mögliche Verunreinigungen aufmerksam. Die daraufhin veranlassten weiteren Beprobungen haben im Dezember auf höhere Überschreitung eines künftig geltenden Grenzwertes hingewiesen. Laut der daraufhin eingeholten Auskunft der AGES und auch nach Rücksprache mit dem zuständigen Amtsarzt wurde kurz vor Weihnachten mitgeteilt, dass durch die Überschreitung des zukünftigen Grenzwertes das als nicht sicher zu beurteilen sein wird. „Für mich war es selbstverständlich, dass die betroffene Bevölkerung deshalb im Sinne einer Gesundheitsvorsorge umgehend informiert werden musste, auch wenn der Zeitpunkt einen Tag vor Heiligabend manchen unpassend erschienen sein mag. Es ist die vordringlichste Aufgabe, die Gesundheit der Menschen zu schützen und transparent zu informieren“, stellt Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder klar.

Hinweis: Alle Details und umfassende Probenwerte samt Infos gibt es beim LAND OÖ auf der Website.

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