🍯 Bienenwiese jetzt Baustelle: Wird hier nach Honig gebohrt?
LINZ. Vorarbeiten für den Bahnbau in den Auhof laufen in der Bienenweide.
Mehrfachstandards und Doppelmoral sind anscheinend auch 2026 noch immer modern.
Der geplante Bau einer Bahntrasse mit zwei Gleisen durch das Naherholungsgebiet an der Donau forderte bereits das nächste Opfer: Konkret eine Bienen- bzw. Insektenwiese bei der Autobahnbrücke.
Das Schild steht zwar noch davor, direkt am Refugium der Insekten steht allerdings auch etwas – und zwar ein Bohrgerät.
Fraglich: Wo bleibt der Aufschrei aus dem Lager der Naturliebhaber und Umweltschützer? Auch die rund 450 Bäume – genauere Zahlen gibt es noch nicht –, die gefällt werden müssen, sind bis dato kein Thema bei Aktivisten.
Anscheinend gibt es für Großprojekte rund um Verkehrsachsen unterschiedliche Standards zur Bewertung der „Baumwichtigkeit“. Im Nahbereich der zukünftigen Gleise laufen bereits die ersten Enteignungen von Gärten, etwa beim Lindbauer. Dort wird es mitten im Wohnviertel auch eine neue Verkehrsführung sowie eine neue Zufahrtsstraße an den Damm geben.
Das teure Projekt samt U-Bim-Bahnhof zwischen Eisenbahnbrücke, Lindbauer, Berufsschule und Kindergarten sorgt auch ob der Endhaltestelle Auhof für Kopfschütteln. In den Auhof führt bekanntlich bereits jetzt eine Straßenbahnlinie.
Und eine mögliche Verlängerung der S-Bahn samt Stichstrecke nach Gallneukirchen wird derzeit lediglich geprüft. Es gibt weder einen konkreten Termin zur Finalisierung der Planung einer möglichen Trasse in das Mühlviertel noch einen konkreten Starttermin für Genehmigungsverfahren.
Wer eine umsteigefreie Verbindung von Gallneukirchen direkt zum Linzer Hauptbahnhof nutzen soll, ist ebenfalls fraglich. Gallneukirchen hatte zum 1. Jänner 2026 nur 6.715 Hauptwohnsitze aufzuweisen.
Weitaus mehr Hauptwohnsitze gibt es entlang der Mühlkreisbahn. Die Strecke nach Aigen-Schlägl wurde am 17. Oktober 1888 feierlich eröffnet; die Menschen sind also schon lange an das Angebot gewöhnt, und trotzdem fahren dort oben laut einer aktuellen Erhebung nur rund 375 Fahrgäste pro Tag.
Zum Vergleich: Die Bezirkshauptstadt Rohrbach-Berg hat rund 5.312 Hauptwohnsitze und Aigen-Schlägl 3.287 Hauptwohnsitze (jeweils zum 1. Jänner 2026). Die teure S7 dürfte also eher ein teures Prestigeprojekt werden – kein Erfolgsprojekt.
Alle Informationen über Biotope in Linz gibt es in einem eigenen Bericht zur “Wiesenkartierung 2024” vom Botanischen Garten unter diesem Link (extern)
Folge uns in den sozialen Netzwerken



