Noch mehr Schiffs-Anlegestellen ohne Landstrom für Linz?

Rege Bautätigkeit an der Unteren Donaulände zwischen Brucknerhaus und Neuer Donaubrücke: Die viadonau errichtet hier 16 neue Poller, damit können zukünftig auch hier die großen Kreuzfahrtschiffe anlegen. Die Crux an der Sache: Landstrom und Trinkwasserversorgung sind an diesen neuen Stellplätzen abermals keine vorgesehen – und das, obwohl der Linzer Gemeinderat vor über einem Jahr genau diese Absicht bekundete, um die ausufernde Lärm- und Abgasemissionen der laufenden Schiffsdieselmotoren zu unterbinden. „Künftig werden Schiffe auf der gesamten Länge des Donauparks anlanden können. Statt einer versprochenen Eindämmung im Naherholungsgebiet Donaupark ufert die Anzahl der Anlandestellen immer weiter aus – das ist genau das Gegenteil von dem, was der Gemeinderat im September 2019 beschlossen hat“, sagt Lorenz Potocnik von NEOS Linz.

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Auch wenn es wegen der Corona-Krise momentan ruhig ist, werden bald wieder andere Zeiten kommen: Bis März 2020 belegten oft bis zu zwölf über 100 Meter lange Kreuzfahrtschiffe die Donaulände, ständig mitten in den Park zu- und abfahrende Reisebusse machten den Erholungswert zunichte. Dazu kamen noch die rund um die Uhr laufenden Dieselmotoren der ankernden Schiffe, um den Strom für Klimaanlagen, Küchen und die Suiten zu erzeugen.

Lediglich eine einzige (!) Anlegestelle verfügt in Linz über einen Stromanschluss.
Laut einer Studie des Landes Oberösterreich kommt es – auch durch den Schiffsverkehr – zu einer regelmäßigen Überschreitung der Luft-Grenzwerte – und das mitten im größten Innenstadt-Park von Linz. Potocnik: „Die Linzer Bevölkerung sucht den Park am Donauufer eigentlich zum Erholen und Relaxen auf. Stattdessen bekommt sie Abgase, Busse mit
laufenden Motoren und eine versperrte Sicht auf die Donau.“

Weiter kein Landstrom geplant
Im September 2019 verabschiedete der Linzer Gemeinderat aufgrund der massiven Kritik am ausufernden Kreuzfahrttourismus eine Erklärung zur Eindämmung des Problems. U.a. wurde die Umweltreferentin Eva Schobesberger aufgefordert, die Elektrifizierung der Donauschiffsanlegestellen beim Lentos mit dem damaligen OÖ Umweltlandesrat Anschober auszuarbeiten: „Laut viadonau, die die 16 neuen Anlegepoller errichtet, ist dort aber weder Landstrom noch eine Trinkwasserversorgung vorgesehen. Im Zuge der Bauarbeiten hätte man das kostengünstig miterledigen müssen!“, kritisiert Lorenz Potocnik von NEOS Linz.

Mehr statt weniger mögliche Schiffsanlegestellen!
„Der Gemeinderat bekennt sich dazu, dass vorerst keine weiteren Schiffsanlegestellen im Bereich Donaupark zwischen Lentos und Neuer Donaubrücke Linz errichtet werden.“ Die aktuellen Bautätigkeiten
sprechen allerdings eine andere Sprache. Es entstehen neue und zusätzliche Poller.

Lorenz Potocnik pocht auf die Einhaltung der vom Linzer Gemeinderat festgelegten Willensbekundungen und will Antworten: „Ganz offensichtlich hat man geglaubt, in der Zeit des „Kreuzfahrt-Lockdowns“ wächst Gras über die Sache. Wo bleibt der versprochene Landstrom? Und wo die Maßnahmen zur Eindämmung der Anlegestellen?“

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