Schiffe gestrandet

OVERTOURISM. Der Linzer Hafen ist voller Kreuzfahrtschiffe.

Seit dem Einwintern vor fast einem Jahr parken einige Kreuzfahrtschiffe im Linzer Hafen und dies obwohl ein Ende des touristischen Lockdowns nicht absehbar ist.

Der zumeist eher ältere Kundenkreis aus Nordamerika und Fernost wird aber vermutlich noch längere Zeit keine Reisen an die Donau unternehmen können.

Was tut sich sonst in der Tourismus-Branche?

Der nun sichtbar werdende Anteil an Geschäftsreisenden in den gelobten Tourismuszahlen wird zeigen, wie erfolgreich der Linzer Tourismus in den letzten Jahren wirklich war. Vielleicht waren in der Vergangenheit doch hauptsächlich Arbeitsreisende und keine „richtigen“ Touristen in Linz.

Nach unzähligen runden Tischen wurde zuletzt im Jänner 2020 ein Verbot für das Laufenlassen der schiffseigenen Dieselaggregate für die Saison 2021 angekündigt. Dieses dürfte aber nur schwer durchsetzbar sein. Bis heute konnte an den Anlegestellen im Linzer Donaupark keine Bautätigkeit für Landstrom beobachtet werden.

Lösungen für das immense Müllproblem zeichnen sich bis dato ebenso keine ab. Die Einrichtung einer angekündigten Entsorgungslände unterhalb des Winterhafens konnte noch nicht gesichtet werden.

Das eingerichtete Fahrverbot für Busse und LKW am Treppelweg im Donaupark wurde heuer auch ignoriert. Durch die niedrige Zahl an Anlandungen im Sommer reduzierte sich somit zumindest die Häufigkeit der Überschreitungen.

Das Tankverbot an den Anlegestellen – im direkten Sichtfeld der Tourismuswebcam – wurde augenscheinlich auch weder kontrolliert noch geahndet. Betankt wurde im Sommer weiterhin.

Auswirkungen des – unter Medienverbots – abgehaltenen runden Tisches im November konnten bis dato auch noch nicht beobachtet werden.

Das Problem Overtourism parkt also derzeit ausserhalb der Sichtweite der Linzer, gelöst ist es aber nicht. Ob Ignorieren die Problematik verbessert, wird die Zeit nach Corona zeigen.

Links:
Tanken trotz Verbot
Fahrverbot wird ignoriert!