Luger und Prammer über Autobahnausbau erfreut!

KURIOS! Politiker sieht durch neuen Autobahnanschluss “spürbare Verbesserung der Lebensqualität”!

Eigentlich sollte man – gerade in einer selbsternannten Klimastadt – meinen, dem Auto wird nicht noch länger der sprichwörtliche Hof gemacht. Doch leider falsch gedacht!

Bürgermeister Klaus Luger und Stadtrat Dietmar Prammer (beide SPÖ) präsentierten nun die Halbanschlussstelle Auhof. Es soll sich um einen Beitrag zur Lösung der Verkehrsprobleme im Stadtteil Dornach-Auhof handeln.

Konkret soll der neue Halbanschluss zwischen der B 125 Prager Straße und der L 1501 Altenberger Straße errichtet werden. Die L 1501 Altenberger Straße wird südlich der Anschlussstelle umgelegt und mittels einer T-Kreuzung an die B 125 Prager Straße angebunden. Sie ersetzt dabei Teilbereiche des bestehenden Koglerwegs und dient als Anbindung der beiden Autobahnrampen an das Landesstraßennetz.

Der Halbanschluss dient insbesondere jenen, die nach bzw. von Linz kommen. Vom und ins Mühlviertel sind keine Rampen geplant.

Für den Baustart fasst die ASFINAG März 2023 ins Auge, um im September 2024 mit der Fertigstellung planen zu können.

Kritik kommt von den Grünen:

“Linz an der Autobahn: Millionengrab Halbanschluss ist Fortsetzung einer Mobilitätspolitik im Rückwärtsgang” kritisieren die Grünen.

Trotz der Klimakrise mit ihren immer heftigeren Auswirkungen bei gleichzeitig drastisch steigenden Projektkosten, haben sich Bürgermeister Luger und Planungsstadtrat Prammer heute öffentlich zum Autobahnhalbanschluss Dornach-Auhof und damit zur Fortsetzung einer Verkehrspolitik aus dem vergangenen Jahrtausend bekannt. „Anstatt mutige Entscheidungen für den Schutz unseres Klimas, unserer Lebensräume und für eine zeitgemäße Mobilität zu treffen, wird das alte Denken fortgesetzt und Millionen an Euro für ein Bundesautobahnprojekt nach Wien getragen. Das ist eine Mobilitäts- und Stadtplanungspolitik im Rückwärtsgang auf Kosten unserer Zukunft“, macht der Grüne Klubobmann Helge Langer deutlich.

32 Millionen Euro soll alleine der Bau des Halbanschlusses Dornach-Auhof verschlingen. Das ist ein Plus von 64,8 Prozent gegenüber der Finanzierungsvereinbarung aus dem Jahr 2018. Das bedeutet, dass die Stadt Linz nun nicht weniger als 10,7 Millionen Euro in die zusätzliche Verkehrsbelastung des Stadtteils investiert. „Inwieweit künftig noch weitere städtische Millionen durch dieses finanzielle Fass ohne Boden rinnen werden, ist angesichts der aktuellen Teuerungswelle noch gar nicht absehbar. Es ist aber mehr als wahrscheinlich, dass die jüngste Kostensteigerung nicht die letzte gewesen ist. Deshalb muss alles dafür getan werden, um aus dem Vertrag auszusteigen, bevor die Kostenlawine noch weiter an Fahrt aufnimmt“, erneuert Langer die Grüne Forderung. Bereits im Jahr 2014 hat die damalige Grüne Klubobfrau, Gerda Lenger, gefordert, hier die Reißleine zu ziehen.

Dass die Linzer Mobilitäts- und Stadtplanungspolitik nach wie vor viel zu oft durch die Windschutzscheibenperspektive der Autos betrieben wird, zeigt sich einmal mehr daran, dass am Halbanschluss festgehalten, die dabei geplante Errichtung von Geh- und Radwegen jedoch hintangestellt wird. „Durch den Autobahnzubringer werden künftig viel mehr Autos durch den Stadtteil rollen und die angespannte Verkehrssituation weiter belasten. Zusätzlich müssen Fußgänger:innen und Radfahrer:innen zugunsten von Autos auf sichere und bequeme Wege verzichten“, kritisiert Langer.

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