Baut jetzt doch der Verein?

LINZ. Nanu? Vereinslogos und Sponsorenembleme auf der Stadionbaustelle schon omnipräsent!
Baut das Stadion nun doch der Fußballverein Blau-Weiß Linz selbst? Aufgrund der vielen Vereinslogos, Werbebanner und der Präsentation von Partnern und Sponsoren des Klubs entsteht zumindest dieser Eindruck.
Der zukünftige Mieter, der – soweit bekannt – keinen finanziellen Beitrag zum Stadionbau leistet, hat die Bauzäune bereits als Werbeträger behangen. Für vorbeifahrende PKW-Lenker und Passanten entsteht so der Eindruck es würde sich um eine Baustelle des Vereins handeln.
Errichtet wird das Projekt – Kostenpunkt über 30 Millionen Euro – aber von einer Tochterfirma der städtischen Unternehmensgruppe. Das Land OÖ fördert mit nur 3 Millionen Euro. Das Logo der stadteigenen ILG, ein altes Logo der Stadt Linz sowie ein Logo der Baufirma finden sich nur ganz klein bei der Projektbeschreibung. Das gesamte Erscheinungsbild ist im Coporate Design des Klubs gehalten.
Eigentlich sollte man auf einer städtischen Baustelle eher das neue und bereits vielbeworbene “L_nz” Logo präsentieren. Das Branding eines zukünftigen Mieters erwartet man eher nicht.
Wie bereits bei der Baudoku mit Hilfe von Webcams, die laut Vereinswebsite von der “Immobilien Linz GmbH” beigesteuert wurden, scheint es im Allgemeinen keine besonders gute Trennung zwischen dem an sich privaten Fußballverein sowie der Stadt Linz bzw. städtischen Unternehmen zu geben.
Ganz nebenbei wurde dieser Tage auch noch bekannt, dass das Stadion alleine für den Vereinsbedarf nicht ausreicht. Für das Training stehen dort keine Plätze zur Verfügung. Weitere hohe Kosten für ein Trainingszentrum könnten daher nun auf den Steuerzahler zukommen.
Fast schon lustig ist hingegen die am Projektbild vorbeifahrende Straßenbahn. Mangels Schienen auf der neuen Eisenbahnbrücke wird man zur Stadioneröffnung allerdings eher per Bus anreisen müssen. Auch da dem Vernehmen nach kein Parkplatz für das Stadion vorgesehen ist!
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