Stillstand bei Mobilität

LINZ. Der neue Vizebürgermeister Martin Hajart (ÖVP) für das Ressort Mobilität und Verkehr präsentierte Überblick.

Diese Presseaussendung war heute eher harte Kost und deutet auf Stillstand hin. Einleitend wurde frohlockend berichtet:

Nach knapp zwei Wochen im Amt ist es Zeit einen Überblick über den Status quo des übernommenen Ressorts zu geben, sowie die Positionen des neuen Verkehrsreferenten zu ausgewählten Themen darzulegen.

Etwas weiter unten im Text folgte dann aber leider Ernüchterung auf Enttäuschung. Der vom Verkehr, Fehlplanungen und pendlerfreundlichen Projekten geplagte Linzer kennt den “Status quo” auch ohne knapp zwei Wochen Einarbeitungszeit bereits auswendig.

Projektüberblick:

  • Autofreier Hauptplatz frühestens ab 2024. Hajart möchte sich dazu auch mit den anderen Mitgliedern des Stadtsenats besprechen. Die Fertigstellung der Westring Brücke wirkt eher wie eine billige Ausrede. Der Pendlerstau am Hauptplatz und die oft kreisenden Autoprotzer sind einer selbsternannten Klimastadt einfach unwürdig. Zwei weitere Jahre des Wartens sind unerklärlich.
  • Auch ab 2024 könnten auf der Nibelungenbrücke zusätzliche Flächen für den Radverkehr frei gemacht werden. Auch dazu sucht der Linzer Vizebürgermeister Gespräche.
  • Für die Verkehrsberuhigung in der Hauptstraße werden bisherige Planungen gesichtet. Und – welch Überraschung – Hajart sucht auch hier Gespräche. “Mit den Stakeholdern vor Ort”. Im Klartext: Weiterreden, nur ja nicht handeln.
  • Hajart möchte einen Ausbau des Fahrradverleihsystems. Angeblich wird das System gut angenommen. Selbst wenn man die Räder auch öfter einmal fahrend sehen könnte, das Leihrad wird die Linzer Verkehrsprobleme vermutlich nicht lösen können. Das Wohlfühlthema hilft dem Bürger eher nicht. Die Radstationen samt Mega-Screens stören eher das Ortsbild.
  • Modernisierung und Digitalisierung von Ampelanlagen. Diese neue Technologie soll dazu beitragen Radfahrer und Fußgänger für die Autos der Zukunft sichtbarer zu machen.
  • Ganz wesentlich erscheint Hajart auch eine zusätzliche Brücke für Radfahrer und Öffis über die Traun im Bereich Ebelsberg.
  • Bürger sollen verstärkt mitreden. Auch bei Verkehrsberuhigungsmaßnahmen in den Stadtteilen.

Insgesamt nach zwei Wochen im Amt also leider sehr wenig griffige Taten. Das ewige Warten auf die Fertigstellung eines neuen Großprojekts für Autos, LKW und Pendler scheint weiterhin oberste Priorität zu haben. Irgendwann sollte es aber vielleicht auch für Stadtbewohner und Fußgänger Lösungen im Sinne von Klimaschutz und Umwelt geben.

Bezüglich Verkehrsberuhigungsmaßnahmen für die Anwohner in den Stadtvierteln wird sich der Verkehrsreferent beim anstehenden Urfahranermarkt aber ohnehin schon in wenigen Wochen beweisen können. Viel Erfolg!

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